Dienstag, 8. Januar 2013

"Der Mann, der den Regen träumt" von Ali Shaw


Mit „Der Mann, der den Regen träumt“ veröffentlicht Ali Shaw seinen zweiten Roman.
Das Wetter spielte in Elsas Leben schon immer eine große Rolle. Ihr Vater war ein selbst ernannter Sturmjäger, stets rastlos und auf der Suche nach dem nächsten Gewitter. So gelang es ihm schon früh, die Faszination seiner Tochter für das Wetter zu wecken.
Nach seinem Tod bricht für Elsa eine Welt zusammen. Sie lässt ihr altes Leben hinter sich und es scheint wie Führung, dass es sie ausgerechnet in einen kleinen Ort namens Thunderstown verschlägt. Hier scheinen die Uhren anders zu ticken. Die Bewohner weisen dem Wetter eine große Bedeutung zu und sind davon überzeugt, dass der böse Geist Old Man Thunders über sie herrscht. Ihm geben sie die Schuld, für all die Gewitter und Unwetter die in ihrer Stadt wüten und zerstören.

Genauso verzaubernd wie das liebevoll gestaltete Cover des Buches ist auch Ali Shaws Sprache. Er beschreibt das Wetter und die Natur in all seinen Facetten und es ist ein Genuss für jeden Naturliebhaber seinen Ausführungen zu folgen. Die Lektüre weckt immer wieder den Wunsch, sofort zu einem Spaziergang aufzubrechen.
Viele übernatürlichen Wesen konnte ich in den letzten Jahren in Büchern finden, doch von einem Gewitter, dass die Gestalt eines Menschen annehmen kann hatte ich noch nie gelesen. Des Weiteren erschafft der Autor niedliche Wasserpferde und Kanarienvögel die aus Sonne bestehen. Mit seinen originellen Ideen fasziniert und begeistert er den Leser.

Auch Elsa kann sich der Anziehungskraft des menschlichen Gewitters Finn nicht entziehen. Zwei Wesen, die auf den ersten Blick so verschieden erscheinen, entdecken viele Gemeinsamkeiten. Zwei von der Gesellschaft oft Ausgegrenzte, von dem Gefühl der Fremdartigkeit Geplagte finden hier zu einem gemeinsamen Ganzen zusammen.

„Der Mann, der den Regen träumt“ ist ein melancholisches Buch. Es erzählt von Einsamkeit, Verlust und Ängsten und transportiert diese Stimmungen über die Buchseiten hinaus in die Welt des Lesers. Dadurch empfand ich das Lesen zeitweise etwas bedrückend.
Abschließend kann ich sagen, dass mich Ali Shaws Wortwahl und seine Fantasie verzaubert haben. Dieser Roman ist eine ruhige, unaufgeregte Geschichte und ich muss gestehen, dass es mir etwas schwer fiel, längere Zeit am Stück darin zu lesen, weil es mich schnell ermüdet hat, was ich sehr schade fand.

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